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Der Autor dieses Textes hat interessante und anregende Gedanken zur Lehranalyse im Rahmen der organisierten psychoanalytischen Ausbildung entwickelt. Er bezeichnet die Lehranalyse als eine Paradoxie in verschiedener Hinsicht: Im Rahmen der Ausbildung stehe sie in einem didaktischen Zusammenhang; sie werde unter bestimmten Vorgaben zur Frequenz und Dauer durchgeführt; sie finde statt im Rahmen der Berufswahl und nicht der Befreiung von einem Leiden; es entstünden in ihr wegen der beruflichen Nähe und der nach der Beendigung fortgesetzten Begegnungen zwischen Lehranalytiker und Lehranalysand partiell unanalysierbare Identifizierungen und Idealisierungen auf Seiten der Analysanden; diese Übertragungen und spezifischen Konstellationen förderten korrespondierende Gegenübertragungen auf Seiten der Lehranalytiker mit der Versuchung, »Schüler« heranzuziehen und Lehranalysanden damit narzisstisch zu missbrauchen.
All diese Elemente stehen in Widerspruch zur Tendenzlosigkeit einer idealen Analyse, also ihrer Ziel- und Absichtslosigkeit. Nur sie lassen nach allgemeiner psychoanalytischer Auffassung eine ungestörte Entfaltung des Unbewussten im psychoanalytischen Prozess zu.
Der Autor benennt eine weitere Paradoxie, dass nämlich trotz der Bedrohung des analytischen Raums in der Lehranalyse das Gros der Kandidaten sie in verschiedenen Befragungen positiv beurteilt hat.
Er betrachtet dann die Macht der Lehranalytiker, die sich auch in einem Non-reporting-System immer noch, wenn auch reduziert, durch eine starke, herausgehobene Stellung der Lehranalytiker in ihrem Institut erhalte. Verbunden mit ihr sieht er die Gefahr des Machtmissbrauchs. Schließlich kommt er zu einigen empfehlenden Schlussfolgerungen.
Zur »Paradoxie«, zur Frage der Macht und zu den Schlussfolgerungen des Autors möchte ich einige Bemerkungen machen.
1. Zur Frage der »Paradoxie«: In seinem kleinen ideengeschichtlichen Exkurs zur Paradoxie definiert der Autor Paradoxien mit Probst als »Sachverhalte