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Der Autor setzt sich kritisch mit den seit einigen Jahrzehnten zu beobachtenden Tendenzen in der Psychoanalyse auseinander, sich gegenüber dem Phänomen der Religion empfänglicher zu zeigen. Kulturell verortet er die Revision der in diesem Umfeld traditionell vorherrschenden atheistischen Haltung in das zur gleichen Zeit auftretende breitere Phänomen der »Entsäkularisierung der Welt«. Theoretisch sieht er diese neue Sympathie für Religion - häufig unter »Spiritualität« firmierend - ermöglicht durch den »linguistic turn« und die Kritik des Positivismus. Damit scheint der Aufklärung jener wissenschaftliche Diskurs entzogen, den sie in ihrer Religionskritik voraussetzt. Der Autor würdigt die Stärke der Kritik an der Religionstheorie der Aufklärung und zumal der Freuds. Er weist aber die These zurück, der zufolge sie Grund sei für die Ablehnung der Säkularisierung und die Rückkehr zu einem religiösen Standpunkt. Stattdessen macht er sich für eine radikalisierte Religionskritik, die jenen kritischen Tendenzen entgegentritt, und für eine erneuerte Verteidigung dessen stark, was einen genuinen Bereich der Psychoanalyse darstellt: des Säkularismus.