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Zvi Lothane ist wie kein anderer mit allem vertraut, was Daniel Paul Schreber betrifft, den »meistzitierten Patienten der Psychiatrie« in der Sicht der Psychiatriehistoriker Ida Macalpine und R.A. Hunter. Er übernimmt emphatisch Freuds C.G. Jung am 10. April 1910 brieflich mitgeteilte Begeisterung für den »wunderbaren Schreber, den man zum Professor der Psychiatrie und Anstaltsdirektor hätte machen sollen«, und gestaltet diese höchst positive Gegenübertragung, mit der Freud Schrebers Denkwürdigkeiten eines Nervenkranken begegnete, zu einer psychiatriegeschichtlichen Trouvaille, indem er seine eigenen aufgeklärten Ansichten einer fiktiven Vorlesung des zum Professor ernannten »wunderbaren« Schreber anvertraut. Freud rezipierte Schrebers »Grundsprache« als »den eigentlichen Ausdruck des Wahnhaften« - so in einem Brief an C.G. Jung am 1. Oktober 1910 - »den Überresten« (, S. 396) von Symbolbeziehungen und als Bezeichnung für das »archaische Denken« (, S. 569). In Schrebers Buch sieht Lothane eine Ideenquelle für Psychiater, Psychoanalytiker, Philosophen und Schriftsteller. Schreber war nicht nur Augenzeuge und Geschichtsschreiber der deutschen Psychiatrie zur Zeit der Jahrhundertwende, sondern auch deren Kritiker in Sachen Moral. Die Vernachlässigung der forensisch-psychiatrischen Schrift Unter welchen Voraussetzungen darf eine für geisteskrank erachtete Person gegen ihren erklärten Willen in einer Heilanstalt festgehalten werden?, Untertitel der Denkwürdigkeiten und Hauptanliegen der Veröffentlichung als erfolgreicher Berufungsbegründung gegen die Entmündigung, war nicht nur Freud, sondern auch den oben genannten Historikern anzulasten, die, von der Person des um sein Recht kämpfenden Verfassers absehend, ungenau ins Englische übersetzten: Memoirs of my Nervous Illness statt Reflections of a nervous patient.
Diese Ungenauigkeit spiegelt zugleich die Konflikte wider, die die Psychiatrie seit ihren Anfängen begleitet hat. Philippe Pinel, Begründer einer Psychiatrie, »wel