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Der Witz über den Herrscher und seinen Stiefbruder, der sich in Freuds Buch »Der Witz und seine Beziehung zum Unbewußten« findet, wird erzählt und in kritischem Kontrast zu Freuds Deutung interpretiert. Freud will die Witze ähnlich wie die Träume lesen, geht dabei aber von unhaltbaren hermeneutischen Voraussetzungen aus. Der Traum kann nur im Verborgenen, der Witz dagegen nur in der Öffentlichkeit bestehen. In den späteren Teilen seines Buches äußert Freud selbst Zweifel an der Weise, wie er den Witz an das Unbewusste zu binden sucht. Es darf vermutet werden, dass hier einer der Gründe dafür liegt, dass er später kaum noch auf seine frühe Witztheorie zurückgekommen ist. Abschließend wird gezeigt, dass der zitierte Witz seit Jahrtausenden erzählt wird und einem extrovertierten, kollektiven und globalen Gedächtnis angehört.