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Jean Laplanche studierte in den 40er Jahren in Harvard Philosophie und begann 1947 noch vor seinem Medizinstudium seine Analyse bei Jacques Lacan. Er praktizierte als Psychoanalytiker, bis ihm eine Professur an der Sorbonne angeboten wurde. 1964 kam es zum Bruch mit Lacan. Gemeinsam mit anderen gründete Laplanche die Association psychoanalytique de France. Laplanche orientierte sich in seinen Arbeiten immer stark an denen Freuds und war wissenschaftlicher Leiter der neuen französischen Freud-Übersetzungen, die, als er am 6. Mai 2012 starb, noch nicht abgeschlossen waren. Bekannt wurde Laplanche in Deutschland vor allem wegen seiner Arbeiten zur psychosexuellen Entwicklung und Freuds Verführungstheorie. Er ging den Grundfragen der Psychoanalyse nach, fand im deutschsprachigen Raum aber zunächst wenig Beachtung. Schon im Standardwerk Das Vokabular der Psychoanalyse, das er mit seinem Freund Jean-Bertrand Pontalis 1967 veröffentlichte (dt. 1972), stellte Laplanche die Antagonismen »Lebenstrieb und Todestrieb, Versagung und Wunsch« (1972, S. 181) als zentrale Themen seiner psychoanalytischen Überlegungen heraus. Die Originalausgabe des nun von Jean-Daniel Sauvant und Udo Hock neu herausgegebenen Bandes Leben und Tod in der Psychoanalyse erschien 1970. Der Band avancierte nach seiner deutschen Erstveröffentlichung 1974 zum Klassiker psychoanalytischer Literatur, obgleich seine Verbreitung überschaubar blieb. Die Neuauflage erfolgt nun in der Buchreihe Bibliothek der Psychoanalyse des Psychosozial-Verlags. Dort finden sich Standardwerke unterschiedlicher Strömungen der Psychoanalyse und Werkausgaben der Klassiker wie Fenichel, Abraham, Bernfeld. 2011 erschien in der Reihe bereits der Laplanche-Band Neue Grundlagen für die Psychoanalyse. Die Neuauflage von Leben und Tod in der Psychoanalyse ist damit der zweite Baustein einer deutschen Laplanche-Werkausgabe.
Laplanches sehr eigenständige und präzise Überlegungen zu Grundfragen der Psychoanalyse sind ungebrochen aktuell. Er