You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Hans Hopf, als Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut in freier Praxis und viele Jahre als Therapeutischer Leiter im Therapiezentrum »Osterhof« bei Baiersbronn, einem heiltherapeutischen Kinderheim im Schwarzwald, tätig, hat ein Buch geschrieben, in dem man als Leser auf nahezu jeder Seite seine langjährige Erfahrung mit traumatisierten Kindern zu spüren bekommt. Ihm ist aufgrund der vielen kurzen und längeren Fallbeispiele (insgesamt über 50) und der gleichzeitigen theoretischen Durchdringung wichtiger entwicklungspsychologischer Stationen im Leben eines Jungen in der gegenwärtigen Gesellschaft eine gelungene Mischung von Anschaulichkeit und differenzierter Theorie geglückt, die nur in wenigen psychoanalytischen Büchern in dieser Form anzutreffen ist.
»Psychoanalyse des Jungen«: Immer wieder sind in den vergangenen Jahren Veröffentlichungen über den Jungen, über die Vater-Sohn-Beziehung, über die Triangulierung erschienen. Es gab auch einen wirklicher Nachholbedarf, nachdem in den Jahrzehnten zuvor die Psychoanalyse des Mädchens und der Frau ungleich mehr Beachtung gefunden hatte. Dabei sind die strukturellen Missstände mittlerweile durchaus ein Thema in der Öffentlichkeit: Männer verschwinden zunehmend mehr aus Berufen, in denen sie eine wichtige Erziehungs- und Vorbildfunktion für heranwachsende Jungen einnehmen könnten. So gibt es bekanntlich immer weniger männliche Erzieher und Lehrer im vorschulischen und schulischen Bereich, immer weniger männliche Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten. Trotz nicht zu übersehender Veränderungen im männlichen Selbstverständnis bezüglich einer weniger rigid vertretenen männlichen Geschlechtsrolle findet geradezu eine Flucht aus den erwähnten Berufen statt, so als müsse man als Mann von vornherein Frauen die erzieherischen, pflegenden und therapeutischen Aufgaben überlassen. Und kaum besetzen Frauen die vormals als männlich geltenden Berufsfelder, wie zum Beispiel im psychologischen Bereich das Coaching, so erfinden Männer n