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In der Reihe »Lindauer Beiträge zur Psychotherapie und Psychosomatik«, die von Michael Ermann herausgegeben wird, ist nun seine Vorlesung zum Thema »Intersubjektivität« erschienen, die er 2013 im Rahmen der Lindauer Psychotherapietage gehalten hat.
Das Thema »Intersubjektivität« beschäftigt die psychoanalytische Fachwelt schon seit mehr als 20 Jahren. Daher ist auch die Darstellung der Entwicklung einer intersubjektiven Perspektive aus den Anfängen der Psychoanalyse wünschenswert, wird doch die intersubjektive Wende oft wie ein Bruch mit der psychoanalytischen Tradition dargestellt. Diesem Eindruck möchte die Vorlesung entgegenwirken, denn Ermann sieht diese Entwicklung zwar als eine »grundsätzliche Umorientierung der psychoanalytischen Denk- und Handlungsstruktur«, die aber nicht den Rahmen der traditionellen Strömungen sprenge (S. 9). Der Autor stellt die Entwicklung einer intersubjektiven Perspektive in fünf Vorlesungen dar, von denen drei explizit die Genese, die beiden letzten Vorlesungen mehr die theoretischen und behandlungstechnischen Probleme eines intersubjektiven Ansatzes behandeln.
So entwickelt die erste Vorlesung den Objekt-Begriff bei Freud und seine veränderte Bedeutung in den Objektbeziehungstheorien anhand der Theorien von Melanie Klein, Wilfred Bion und Donald W. Winnicott. In der zweiten Vorlesung zeichnet er die Entwicklung des Begriffs »Selbst« in der Psychoanalyse nach und stellt sie in den Zusammenhang mit der philosophischen und sozialwissenschaftlichen Diskussion des Selbst-Begriffs im 20. Jahrhundert. Mit der zunehmenden Bedeutung des Selbst-Begriffs auch in der Psychoanalyse, die dann auch ihren Ausdruck in der Entwicklung der Selbst-Psychologie fand, gewann eine intersubjektive Perspektive mehr und mehr Einfluss auf die Fragen einer psychoanalytischen Behandlungstechnik. Nicht mehr die Rekonstruktion der intrapsychischen Dynamik des Patienten stand im Vordergrund, sondern das Geschehen zwischen Analytiker und Analysand, ihre spezifische