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Kai Rugenstein, Psychotherapeut in Berlin, legt eine Begriffsgeschichte des Humors vor, die sich bewusst von der sogenannten Kontinuitätshypothese distanziert: von dem Gedanken, dass der »Humor« - ein lateinisches Wort aus dem alten Rom - einen Forschungsgegenstand bezeichne, der sich bis in die Antike zurückverfolgen lasse. Mit Foucault geht er davon aus, dass alle Kulturgeschichte sich in Brüchen vollzieht und dass die vermeintlichen Kontinuitäten nur Konstrukte sind, die diese Brüche verdecken.
Der lateinische »húmor« - auf der ersten, nicht wie unser heutiges Wort auf der zweiten Silbe betont - bedeutet ursprünglich »Körpersaft« und entstammt einer von Hippokrates geprägten und später von Galen systematisierten Fachsprache, die den Gesundheitszustand des menschlichen Organismus am Zusammenspiel gewisser Säfte ermaß. Zwei Jahrtausende lang galt diese Lehre als das zentrale Paradigma der westlichen Medizin und verlor erst mit