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Der von Freud selbst definierte Kanon seines Œuvres liegt in einer zuverlässigen Ausgabe letzter Hand vor. Ein neues editorisches Niveau in der Erfassung und Darbietung der Texte brachte die englische Standard Edition. Ihre Errungenschaften wurden seit 1970 ebenso auf Deutsch reproduziert wie ihre Defizite: der fehlende Rückgriff auf Manuskriptversionen, die Lückenhaftigkeit der verzeichneten Textvarianten und die einseitige Auswahl der »voranalytischen« Schriften. Der vorliegende Essay diskutiert an Beispielen die (begrenzte) Tragweite dieser Mängel. Am Ende werden Überlegungen angestellt, was man realistischerweise von einer künftigen historisch-kritischen Freud-Ausgabe, wie sie durch das Freiwerden der Rechte im Jahr 2010 möglich geworden ist, erwarten kann. Ein »Nachtrag« betrachtet zwei neue große Editions-Projekte.