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Paul Roazen will mit seinem Buch, das nun auch in deutscher Übersetzung vorliegt, Licht ins Dunkel der Zusammenarbeit zwischen Freud und Bullitt bringen; er will Geschichte und Vorgeschichte dieser merkwürdigen Beziehung rekonstruieren, aus der ein Werk hervorgegangen ist, das zu den umstrittensten Veröffentlichungen der Psychoanalyse gehört: Die Studie über
Woodrow Wilson, zuerst erschienen 1967 unter dem Titel Thomas Woodrow Wilson. Twenty-eighth President of the United States: A Psychological Study (dt.: Freud & Bullitt 2007).
Das Werk, das die Gemüter bis heute erregt (vgl. z.B. Solms 2008; Grubrich-Simitis 2008), zog gleich bei seinem Erscheinen Kritik von allen Seiten auf sich, auch weil man nicht glauben mochte, dass Freud eine solche Psychobiographie, die an die wilden Anfänge der Psychoanalyse erinnert, nicht nur mit seinem Namen, sondern auch als Koautor gedeckt haben sollte. War das wirklich ein Text Freuds, ein Text, an dem er mitgearbeitet hatte?
Erik H. Erikson, der, gleich nach Erscheinen der Studie, eine vernichtende Kritik schrieb, stellte unumwunden fest, »dass Freud fast nichts von dem »geschrieben« haben kann, was jetzt gedruckt vorliegt«. Anna Freud, Max Schur, James Strachey und viele andere kamen nach Kenntnis des Manuskripts zu dem Schluss, dass lediglich die Einleitung als authentischer Text Freuds zu betrachten sei. Der ganze übrige Text aber stamme wohl nahezu ausschließlich von William C. Bullitt. Dieser hingegen behauptete, dass das Buch aus gemeinsamen Diskussionen mit Freud hervorgegangen sei und man den Text intensiv abgestimmt habe; so sei ein Amalgam entstanden. Doch für die Behauptung eines Amalgams fehlte der Zeuge. Das ursprüngliche Manuskript war verloren gegangen, es existierte nur eine maschinenschriftliche Fassung aus dem Jahr 1939. Bullitt hatte jedoch einen Trumpf in der Hand, er konnte auf die handschriftlich überlieferte Einleitung Freuds verweisen, darin bezeichnet sich Freud nicht nur als »Mitarbeiter«, er gibt die ausd