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Um 1900 war die Kantonale Zürcher Irrenheilanstalt »Burghölzli« ein international beachtetes Zentrum der jungen Wissenschaft Psychiatrie. Dies verdankte sich in erster Linie Eugen Bleuler (1857-1939), Ordinarius für Psychiatrie an der Universität Zürich, der die Klinik von 1898 bis 1927 leitete. In jener Zeit des, oft brutalen, therapeutischen Nihilismus in der hirnanatomisch-neurobiologisch definierten Psychiatrie, war Bleuler, dessen an Schizophrenie erkrankte Schwester Anna Paulina mit in seiner Amtswohnung im »Burghölzli« lebte, unermüdlich auf der Suche nach Möglichkeiten, die verwirrten Reden seiner schwerkranken Patienten psychologisch zu verstehen und ihnen therapeutisch zu helfen.
Beeinflusst von der französischen psychiatrischen Schule, von Jean Martin Charcot (1825-1893) und Hippolyte Bernheim (1840-1919), hatte bereits Bleulers Vorgänger August Forel (1848-1931) psychodynamische Gesichtspunkte und die neuen Behandlungstechniken Hypnose und Suggestion am »Burghölzli« eingeführt. 1884/1885 reiste auch Bleuler zu Charcot, um die berühmten französischen Experimente vor Ort kennenzulernen. Anschließend, während seiner Assistenzzeit am »Burghölzli«, wurde er von Forel persönlich zu einem versierten Hypnotiseur ausgebildet. Und während die Freudschen psychoanalytischen Schriften seitens der Akademie totgeschwiegen, abgelehnt oder verhöhnt wurden, ließ Bleuler sich bereits als Klinikdirektor der Rheinau (1886-1898) vorurteilsfrei darauf ein. Zu Josef Breuers und Sigmund Freuds Studien über Hysterie schreibt er in der Münchner Medicinischen Wochenschrift , das Buch eröffne »einen ganz neuen Einblick in den psychischen Mechanismus«, es sei eine »der wichtigsten Erscheinungen der letzten Jahre auf dem Gebiet der normalen und pathologischen Psychologie«.
Als Eugen Bleuler 1898 die Leitung des »Burghölzli« übernimmt, regt er Ärzte und Doktoranden dazu an, Freuds Schriften zu lesen. Er ermuntert Franz Riklin (1878-1938) und C.G. Jung (1875-1961), Freudsche Konzepte mit