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Vorliegender Band ist in der von Cord Benecke, Lilli Gast, Marianne Leuzinger-Bohleber und Wolfgang Mertens herausgegebenen Reihe Psychoanalyse im 21. Jahrhundert. Klinische Erfahrung, Theorie, Forschung, Anwendungen erschienen. In ihrem Geleitwort betonen die Herausgeber sowohl die Bedeutung, die implizite Konstrukte aus den Nachbarwissenschaften für die Psychoanalyse haben, als auch die Notwendigkeit eines interdisziplinären Austauschs. Der vorliegende Band, der als einführendes Lehrbuchs konzipiert ist, zeigt auf anschauliche Weise, wie psychoanalytische Kenntnisse und Erfahrungen für Coaching, Supervision und Organisationsberatung angewandt und nutzbar gemacht werden können. Die Autoren, beide Psychoanalytiker, besitzen nicht nur langjährige praktische Erfahrung in diesem Feld, sie haben den gegenwärtigen Diskurs in der psychodynamischen Organisationsberatung schon durch vielfältige Publikationen bereichert.
Im ersten Teil geht es um die Grundlagen psychodynamischer Organisationsberatung. Die Autoren betonen, dass die »Komplexität organisationalen Handelns« verschiedenste Kenntnisse anderer Fachgebiete erfordert, z.B. aus der Soziologie, Arbeits- und Organisationspsychologie, Pädagogik und Betriebswirtschaftslehre etc. Der psychoanalytische Zugang führt jedoch dazu, dass die psychodynamische Organisationsberatung ihre »ganz eigene Handschrift« bekommt. Der wichtigste Faktor dabei ist die systematische Nutzung von Übertragungs- und Gegenübertragungsphänomenen als Diagnostikum für die Beratung, d.h., dass sich der Berater »als Resonanzkörper für unbewusste Organisationsdynamiken« versteht. In seine Gegenübertragungsanalyse wird das szenische Verstehen der Interaktionsprozesse einbezogen, in die er »im Spiel mit dem Kunden« verwickelt bzw. verstrickt wird. Die entscheidende beratungstechnische Frage ist, wann und auf welche Weise die Erkenntnisse aus der Gegenübertragung für den Beratungsprozess nutzbar gemacht werden können.