You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Der vorliegende Band präsentiert sechs der von John Steiner zwischen 1996 und 2011 publizierten Aufsätze, die durch eine gemeinsame Formgebung und Denkbewegung zusammengehalten werden. Gedanklich nimmt er den Faden des 1993 auf Englisch und 1998 auf Deutsch erschienenen Buches Orte des seelischen Rückzugs. Pathologische Organisationen bei psychotischen, neurotischen und Borderline-Patienten wieder auf. Anknüpfend an Hermann Rosenfelds Begriff des destruktiven Narzissmus beschreibt Steiner hier narzisstische Persönlichkeitsorganisationen als Rückzugsorte und pathologische Abwehrstrukturen, mit deren Hilfe Patienten sich vor Verfolgungsangst und Schuldgefühlen schützen. Wie Rosenfeld geht er davon aus, dass narzisstische Selbstanteile eine Allianz mit destruktiven Objekten bilden und schwache, abhängige Teile des Selbst in mafiaartigen Strukturen gefangen halten, sie auf sadomasochistische Weise schikanieren und so den Patienten daran hindern, den Analytiker als hilfreiches Objekt zu nutzen.
Einige der in dem neuen Band versammelten Aufsätze sind dem 2011 in England erschienenen Buch mit dem Titel Seeing and Being Seen. Emerging from a Psychic Retreat entnommen, wobei die Herausgeber die Erklärung schuldig bleiben, warum sie Titel und Untertitel für unterschiedliche Publikationen verwendet und nach welchen Prinzipien sie die Aufsätze aufgeteilt haben. Denn der ebenfalls von Heinz Weiß und Claudia Frank aus Aufsätzen Steiners komponierte Sammelband von 2006 trägt den Titel Narzisstische Einbrüche: Sehen und Gesehenwerden. Scham und Verlegenheit bei pathologischen Persönlichkeitsorganisationen. Er knüpft insofern an die Gedanken des ersten Buchs an, als es nun um jene Ängste vor dem Sehen und Gesehenwerden geht, die das Verlassen pathologischer Rückzugsorte verhindert. Der Patient fürchtet, verfolgt, erniedrigt, ausgelacht und beschämt zu werden, wenn er sich guten inneren Objekten zuwendet.
Die neue Textsammlung nun führt die Gedanken der vorherigen Publikationen weiter.