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Wäre Freuds Vorschlag einer Volluniversität aus dem Laienanalyse-Text von 1926 umsetzbar, Caroline Neubaurs Der Psychoanalyse auf der Spur II gäbe schon einmal eine schöne Lektüreliste für die Bibliothek her. Dies auch, weil der kapitale Band gerade nicht ausschließlich Rezensionen psychoanalytischer Fachliteratur vereint. Wie selbstverständlich tauchen in diesem Handbuch psychoanalytischer Publikationsgeschichte auch Romanbesprechungen von Bulgakow, Handke und Kiš neben Rezensionen kunsthistorischer, religionsphilosophischer, kulturwissenschaftlicher, archäologischer und pädagogischer Arbeiten auf. Dennoch führt die Spur fortwährend zur Psychoanalyse, was gewiss daran liegt, dass es auch schon bei Freud immer um Texte ging, dass Lektüre bei ihm stets Suche war und Psychoanalyse überhaupt eine Schule des Lesens darstellt. Wer zudem wie Caroline Neubaur liest und über das Gelesene so voraussetzungsvoll schreiben kann, der überträgt - und bewegt sich damit eo ipso im Feld der Psychoanalyse.
Dessen ungeachtet sind es natürlich die zentralen Themen und Entwicklungen der Psychoanalyse, die die Wissenschaftsautorin seit Anfang der 1970er Jahre interessieren. Bereits 2008 legte Caroline Neubaur eine Spur mit dem ebenfalls bei Vorwerk 8 erschienenen ersten Band ihres Lebenswerks, in dessen Beiträgen sie über drei Jahrzehnte hinweg den Gänsemarsch der Analytikerkongresse reportierte. Die zweite Spur enthält nun ihr noch umfangreicheres Rezensionswerk, ohne das keine psychoanalytische Bibliothek mehr auskommen wird. Psychoanalytiker finden hierin alle Titel besprochen, die für ihre Disziplin zwischen 1971 und 2011 irgendwie relevant gewesen wären. Zu viele, um sie hier aufzuzählen. Was die psychoanalytische Sachbuchliteratur im engeren Sinn betrifft, kennt der interessierte Leser die Autorin ja als schulenübergreifende Beobachterin der Szene, die Wilfred Bion, Melanie Klein, Wolfgang Loch und Donald Winnicott ebenso kenntnisreich und undogmatisch wiederzugeben weiß wie Jacques