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Shakespeares »Macbeth« wird in der Forschung häufig in einem eher vagen, atmosphärischen Sinn als »alptraumhaftes« Stück bezeichnet. Diese Intuition lässt sich konkretisieren und auf den Gattungscharakter des Stücks beziehen. Shakespeares Drama erweist sich, wie bestimmte antike Tragödien (namentlich die »Orestie« des Aischylos), als Beleg für die These, dass die Tragödie als Gattung einen der Orte darstellt, an dem die Literatur die Annäherung an die Erfahrung des Alptraums sucht. Vor allem die schlafstörende und -zerstörende Funktion des Alptraums stellt in »Macbeth« ein Leitmotiv dar, welches das Stück bis in seine Struktur hinein beeinflusst. Eine Schlüsselrolle spielt dabei die Phantasie von der Ermordung des Schlafs. Die vorliegende Lektüre analysiert das Metapherngeflecht, das diese Phantasie umgibt, unter Bezug auf Melanie Klein im Sinne der Vorstellung phantasierter innerer Objekte. Die Art, wie derartige Phantasien in »Macbeth« symbolisiert werden, wirft Licht auf die Funktion tragischer Dichtung im Allgemeinen.