You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Die Gleichzeitigkeit von Erfahrungen als »Täter« und als »Opfer« politisch bedingter Gewalt erfordert zur Verarbeitung die Integration diametral entgegengesetzter emotionaler Inhalte und konträrer Selbst- und Objektrepräsentanzen. Die Überforderung bei dieser zunächst als unerträglich empfundenen Integrationsleistung zeigt sich in intensiven Abwehrprozessen und einer Verkantung dissoziativer Abspaltungen. Diese psychischen Prozesse könnten einen Teil der Mühsal und der Schwerfälligkeit in der deutschen Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit erklären. Mit ihnen wird ein weltweit anzutreffendes Dilemma nach Verstrickungen in politisch bedingte Gewaltexzesse beschrieben.