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Mit ihrer Studie Angestellte - Ein unverstandenes Lohnarbeitsverhältnis schließt die Autorin thematisch und methodisch an ihre Publikation zum Vorläuferprojekt von 1995 an. Ging es seinerzeit um die »Wagnisse der Anpassung im Arbeitsalltag«, wird nun verstärkt in den Blick genommen, wie Angestellte in kommunikationsgebundenen Beschäftigungsverhältnissen ihr individuelles »Fähigkeitsvermögen« verfügbar machen. Aus unternehmerischer Perspektive bedeutet dies, »dass geeignete Überzeugungen und Motive im Inneren der Person des bzw. der Beschäftigten errichtet, internalisiert sind« (S. 11). Zwar ist das »Fähigkeitsvermögen« generell lebensweltlich relevant, kann aber im konkreten Zusammenhang mit Arbeit als sozialpsychologisch-psychoanalytische Detaillierung zum Begriff »Arbeitsvermögen« verstanden werden.
Psychoanalytisch relevant für das Fähigkeitsvermögen ist, wie die kindlichen Erfahrungen das Verhalten im Arbeitsalltag prägen (S. 168, 174ff.). Aus sozialpsychologischer Perspektive interessiert der Einfluss von Berufserfahrungen auf die Identitätsbildung. Die Autorin richtet ihr Augenmerk auf die Notwendigkeit beruflicher Selbstbehauptung (S. 182) durch die Ausübung von Macht. Die Selbstdarstellung der Angestellten sei dabei häufig geprägt von einer »Illusion von Freiheit«, die verschleiere, dass die vermeintliche Freiheit und Autonomie nur im Rahmen einer tatsächlich übergeordnet zugeteilten Macht ausgeübt werden können. Brede setzt bei dem Irrglauben an, den Betroffenen stünde durch ihre Arbeit ein effizientes Mittel zur Selbstverwirklichung zur Verfügung.
»Unverstanden« - so der Buchtitel - sei hierbei, dass realiter ein abhängiges Lohnarbeitsverhältnis besteht, in dem das Subjekt der Arbeit in besonderem Maße in die Verfügbarkeit des Unternehmens übergeht. So können auch die »Erbauungsschriften« der populären Managerliteratur (S. 14, 222) entlarvt werden, in denen die vermeintliche Selbstverwirklichung propagiert wird. Tatsächlich bestehe stets eine Dichotomie von