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Ausgangspunkt der Überlegungen in dem Buch des Münchner Psychoanalytikers Herbert Will über Religion ist der epochale Bruch, der durch die Ermordung Gottes eingetreten ist und zu einem Siegeszug des Atheismus geführt hat. Dadurch seien höchst spannungsvolle Religionsverhältnisse entstanden, die zu historisch-kulturell und individuell höchst unterschiedlichen Niederschlägen geführt hätten. Um die Strukturen des Religiösen, die sich als Konflikte zwischen Glauben und Unglauben, Atheismus und Kirche sowie Säkularität und Religion manifestiert haben, besser verstehen zu können, widmet sich Will ausführlich den »religiösen Biographien« von Sigmund Freud, Max Weber und Ludwig Wittgenstein und ihren gleichsam idealtypischen Lösungsversuchen dieser Konfliktfelder. Das zweite Thema des Buches ist Freuds Position zur Religion bzw. genauer: sein Atheismus. Dieser Teil nimmt den größten Platz des Buches ein, und die hier formulierten Thesen bilden die Hintergrundfolie für die gesamte Argumentation. Will arbeitet sich gleichsam an Freuds Atheismus ab, indem er Webers und Wittgensteins Haltungen zur Religion mit Freuds Position abgleicht und in der Abgrenzung zu Freud zu einer eigenen Position findet. Von Beginn an lässt er dabei seine Sympathien für Weber und Wittgenstein erkennen; ihre Positionen hält Will für deutlich zukunftstauglicher als Freuds angenommenen militanten Atheismus.
Methodisch verfährt Will sowohl psychoanalytisch-biographisch als auch historisch-kontextualisierend: Er analysiert das bewusste und unbewusste Denken der drei Personen über Religion anhand emotional gesättigter »Schlüsselsituationen«, die dann historisch eingeordnet werden. Will kommt dabei zu folgenden Ergebnissen: Während Freud eindeutig für die säkularatheistische Linie der europäischen Tradition der Aufklärung stehe, würden Weber und Wittgenstein die Weltanschauungstheorie der Religion weit hinter sich lassen. Max Weber habe ein differenziertes Panorama von religiösen Formen entfaltet, das das m