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Die zweibändige Sammlung von Arbeiten Michel de M'Uzans entstammt einer Initiative der Schweizerischen Gesellschaft für Psychoanalyse und deren dreißigjähriger Zusammenarbeit mit dem Autor in Gruppensupervisionen. Sie kann als Zusammenstellung wichtiger, mehrheitlich unübersetzter Schriften des 1921 geborenen französischen Analytikers gelten, deren besonderer Wert darin besteht, zahlreiche intertextuelle Bezüge herzustellen, ohne dabei repetitiv zu werden: Vielmehr wird in anregender Weise vorgeführt, wie sich Variationen einiger Grundthemen in verschiedenen Feldern oder mit verschiedenen Schwerpunktsetzungen vollziehen lassen.
Denn zunächst einmal stellt sich ja die Frage nach Bedeutung, Aktualität und Relevanz der Veröffentlichung einer Zusammenstellung von Aufsätzen, die einen Zeitraum von mehr als 45 Jahren umfasst und deren - so meine Einschätzung - wegweisende Grundlagen mit wenigen Ausnahmen in Arbeiten aus den 1970er Jahren entstanden sind. Gleich zu Beginn kann gesagt werden, dass es gerade das variierte Grundthema ist, das die kaum übersehbare zeitgenössische Relevanz auch der frühen Arbeiten de M'Uzans markiert: die Beschreibung und Konzeptualisierung von Grenzen und Grenzerfahrungen, samt der damit einhergehenden theoretischen Auseinandersetzung mit dem, was de M'Uzan »das Identitäre« nennt.
Ich möchte zur knappen Darstellung der Grundzüge der Konzeption de M'Uzans eine Arbeit herausgreifen, die ich für eine zentrale halte, und ausgehend davon aufzeigen, welche Bezüge sich ergeben, die in anderen Arbeiten der beiden Bände vertieft oder aus einer anderen Perspektive beleuchtet werden. Die erstmals 1970 veröffentlichte Arbeit »Das Gleiche und das Identische« findet sich im Band Depersonalisation und Kreativität (im Folgenden Bd. I), der mir insgesamt gegenüber dem Band Identität und Tod (Bd. II) als der prägnantere erscheint. Damit soll nun mitnichten behauptet werden, es reiche aus, diesen einen zentralen Text zu lesen, sondern darauf hingewiesen werden, da