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Wer hat Kurt R. Eissler , von 1951 bis 1989 Sekretär der New Yorker Sigmund Freud Archives, nicht um Quellen, Auskünfte, Wegweisung, Rat oder editorische Hilfe angesucht? Wohl kein Forscher, der von seiner aufmerksamen und präzisen Zugewandtheit enttäuscht wurde. Stets antwortete er höflich und ermutigend: »Es war schön […], Sie bei der Arbeit zu wissen.« Nach seinem Tod 1999 übernahmen andere die Aufgaben um Sigmund Freuds Entwicklungs-, Ideen- und Wissenschaftsgeschichte der Psychoanalyse. Die Rezeption seiner eigenen Arbeiten, die die literatur- und bildkunstwissenschaftliche Psychoanalyse beträchtlich prägten, versiegte jedoch. Zwölf frühere Studien vertraute er zwischen 1974 und 1999 dem Jahrbuch der Psychoanalyse an; andere blieben beiträgerhaft in den Berliner Heften oder im Kursbuch verstreut. Bis endlich um seinen 100. Geburtstag herum Editionsprojekte in zwei von Michael Schröter herausgegebenen und bei Brandes & Apsel verlegten Luzifer-Amor-Heften (Nr. 40; Nr. 43) zustande kamen. Aus diesen Interessen- und Arbeitskreisen ging auch Konstanze Zinnecker-Mallmanns Inspiration hervor, Eisslers nicht fachgebundene Werke zu versammeln sowie seine noch nie im Deutschen erschienenen Studien sorgfältigen Übersetzern aus dem amerikanischen Englisch, Henriette Beese, Mario Engelhardt, Edda Hevers und Elisabeth Vorspohl, anzuvertrauen.
Der Band enthält 12 Studien. Sie beginnen mit dem »Abriss einer Biographie August Aichhorns« . Aichhorn war Eisslers Lehranalytiker, Mentor und Lehrer in Wien. Vor 90 Jahren widmete er sich der Verwahrlosung, Fürsorge, Jugendkriminalität, Delinquenz und Sozialarbeit mithilfe angewandter Psychoanalyse und arbeitete mit Eissler in der Erziehungsberatung