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Der Autor, seit vielen Jahren als Dozent, Lehranalytiker und Supervisor an der Akademie für Psychoanalyse und Psychotherapie Hamburg und im Leitungsteam der Psychotherapiewoche Langeoog tätig, hatte bereits in der Reihe »Leben Lernen« bei Klett-Cotta ein sehr beachtenswertes Buch über Reifung und Konflikt vorgelegt. War dieses noch eher theoretisch entlang den neueren Konzepten der Bindungstheorie, Säuglingsforschung und Entwicklungspsychologie aufgebaut, so unternimmt er in seinem neuen Buch den Versuch, die Dynamik unbewusster Prozesse anhand von ausführlichen Fallgeschichten zu veranschaulichen.
Das Buch versteht sich als ein »Praxishandbuch für das Verständnis der Beziehungsdynamik« und gliedert sich in fünf Kapitel: eine Einführung in die Dynamik unbewusster Prozesse, zwölf Fallgeschichten aus der klinischen Praxis, ein vierzigseitiges Glossar, beginnend mit dem Abhängigkeit-Autonomie-Konflikt bis hin zum zentralen Beziehungskonflikt (ZBK), ein Kapitel über die metapsychologischen Konzepte in der psychodynamischen Psychotherapie und schließlich noch ein ausführliches Kapitel über das Selbst und dessen Entwicklung.
Das Herzstück des Buches sind sicherlich seine zwölf Fallgeschichten, in denen der Autor auf sehr lebendige und gekonnte Weise psychodynamisches Wahrnehmen und Konzeptualisieren verdeutlicht. Es wird nicht nur der erste Eindruck während der Erstgespräche plastisch vermittelt, Michael Klöpper teilt auch seine eigenen Bilder, Gefühle und Vorstellungen mit, die während der Erzählungen seiner Patienten in ihm auftauchen. Anschaulich beschreibt er, wie er sich in stellvertretender Identifizierung in sein jeweiliges Gegenüber hineinversetzt, wie seine Empathie von Konzepten begleitet wird, die aus dem Vorbewussten auftauchen und zunächst schwer Einfühlbares mittels reflexiver Prozesse verständlicher werden lassen, bis sich zusammen mit den szenischen Eindrücken und den sie begleitenden Gefühlen eine erste Beziehungsgestalt der zu Grunde liegenden Konflikte un