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Zunächst: die Reaktion von Hans-Geert Metzger auf meinen Aufsatz freut mich, entspricht sie doch meinem Interesse an Ausweitung dieses interdisziplinären Diskurses im psychoanalytischen Biotop. Auf zwei Punkte möchte ich antworten.
Metzger gibt zunächst zu bedenken, dass die von mir angenommene Variabilität der Entwicklung des sexuellen Selbst im Zeitverlauf und im sozialen Querschnitt durch das universelle Bedürfnis des Kindes in Frage gestellt sei, »auf seine Art nach der Urszene« zu forschen. Nun wird die Urszene von Freud in verschiedenen Kontexten eingeführt (z.B. beim »Wolfsmann«, 1918b, S. 65; 1912-13a), und zwar sowohl als reale wie auch als phantasierte. Durchgängig scheint er mir damit eine Entwicklungsphase oder -zäsur im Kindesalter von sieben oder acht bis elf oder zwölf Jahren zu charakterisieren. In der Literatur wird sie generell mit dem Ödipuskomplex in Verbindung gebracht (Maier 2014, S. 1044). In der von mir vorgeschlagenen interaktionistischen Konzeption der Entwicklung variabler Ausformungen des »sexuellen Selbst« wäre die real erlebte oder phantasierte Urszene lediglich eine von vielen real vorkommenden und denkbaren Determinanten, welche untereinander im Längsschnitt und Querschnitt der Entwicklung vielfältig vernetzt sind. Sie basiert gleichsam auf einer bis dahin bereits absolvierten, je interaktionell zu begreifenden Entwicklung, welche ihrerseits im je aktuellen psychosozialen Kontext zu verstehen ist.
Am Anfang dieser Entwicklung steht gewissermaßen der »Urknall«, die Zeugung, welche qua unmittelbar folgender Zellteilung zugleich auch den Anfang vom Ende des Erlebens der Ungetrenntheit vom Primärobjekt darstellt. Aus dem - um im Bild zu bleiben - »Ur-Nebel« der Zellteilungen und des Geburtsvorgangs oder -traumas kristallisieren sich ganz allmählich diffuse Wahrnehmungen der Objekte heraus, zunächst wohl im Sinne der Einheit mit dem Objekt, dann zunehmend dieses als Gegenüber erlebend. Diese Prozesse sind mit Sicherheit lange von existentiel