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»Wir sind gerettet, aber wir sind nicht befreit«, schrieb Norbert Wollheim, Zwangsarbeiter im Konzentrationslager Buna-Monowitz, in einem Brief an seinen Freund, Sergeant Hermann E. Simon, nach der Befreiung durch die Alliierten (Tagungsflyer). Gemeint hat er damit die psychischen Folgen des Leids, die die Opfer und deren Nachfahren aufgrund der transgenerationalen Weitergabe auch nach der Befreiung begleiten. Wird in Deutschland der 8. Mai als Tag der Befreiung gefeiert, so stellt sich auch die Frage, inwiefern die Deutschen einerseits vom Faschismus, sowohl als ihnen etwas Innerliches als auch ihnen etwas Äußerliches, und andererseits von den Nachwirkungen der NS-Zeit »befreit« sind. Für die 3. Tagung »Szenisches Erinnern der Shoah« griff die Überregionale Forschungsgruppe am Sigmund-Freud-Institut zu den psychosozialen Spätfolgen der Shoah das eingangs erwähnte Zitat von Norbert Wollheim auf. »Gerettet, aber nicht befreit?« lautete der Titel, vor dessen Hintergrund aus literarischer, historischer, psychoanalytischer, soziologischer, sozialpsychologischer sowie erziehungs- und kulturwissenschaftlicher Perspektive nach Antworten gesucht wurde.
Eröffnet wurde die Tagung am Freitag von Georges-Arthur Goldschmidt, der zuvor ausführlich von Micha Brumlik vorgestellt wurde. Als zentral wurde dabei seine These wahrgenommen, dass die Möglichkeit des Zustandekommens des Holocaust grundlegend mit der Struktur und Organisation der deutschen Sprache verknüpft sei.
Die beiden Vorträge am Samstag bezogen die Perspektive der jüdischen Emigrierten in den USA mit ein. Emily Kuriloff beschäftigte sich anhand von Interviews mit dem Einfluss des im NS erlebten Traumas von emigrierten Psychoanalytikern auf ihre spätere Arbeit in den USA. Ebenso zentral wie verblüffend war dabei die Erkenntnis, dass die Interviewten einen Einfluss ihrer eigenen traumatischen Erfahrungen auf ihr späteres psychoanalytisches Denken und Handeln in der Emigration zum Großteil völlig negierten. Daran schloss R