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Das Buch verfolgt den historischen Wandel im Denken und Deuten der Psychoanalyse, der sich in den geschichtlichen Umbrüchen seit Ende des 19. Jahrhunderts mit entsprechenden Veränderungen der Realitätsstruktur vollzogen hat. Lotte Köhler stellt die Entwicklung von der traditionellen Psychoanalyse hin zur Selbstpsychologie unter dem Aspekt der Kleinkind-Forschung und Bindungstheorie dar. Hans Kilian beschreibt, wie der historische Wandel Veränderungen der psychoanalytischen Theoriebildungen notwendig machte. Uwe Henrik Peters ergänzt diese Beiträge durch eine Werkbiographie von Heinz Kohut, wobei er dessen Arbeiten auf Lebensveränderungen und Brüche im Lebenslauf bezieht.
Lotte Köhler beschreibt zunächst das topografische Modell Freuds, die Strukturtheorie bzw. Ich-Psychologie, erklärt die Unterscheidung von Ich und Selbst und schildert die Entwicklung der Selbstpsychologie Heinz Kohuts. Verständlich und lebendig lässt sie den Leser nachvollziehen, wie das Selbst - fast zwangsläufig - in den Mittelpunkt der klinischen Arbeit trat, warum Empathie einen zentralen Stellenwert einnimmt und als wissenschaftliches Erkenntnisinstrument dient. Sie erklärt das Konzept des Selbstobjekts und die daraus abgeleiteten Übertragungen, deren erkenntnistheoretischen Wert und ihre Bedeutung für die psychoanalytische Behandlung. Die Autorin schließt ihren Teil des Buches mit Vorstellungen über die Heilung des Selbst in der Analyse und Perspektiven des Kohut'schen Modells jenseits der Analyse ab.
Nach Köhler ist die Selbstpsychologie am ehesten mit den Befunden der modernen Entwicklungsforschung kompatibel. Sie stellt immer wieder Bezüge zu Ergebnissen der Entwicklungsforschung her: So nimmt Daniel Stern