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Am Anfang ist nicht nur der psychische Apparat, wie Grieser bereits in der Einleitung seines Buches betont, sondern die Expressivität des Säuglings und der wirksame Andere, der das eigene Selbst- und Weltverhältnis in der Beziehung zum Kind vermittelt. Elterliche Bezugspersonen statten das Kind mit Geschichte und Zukunft aus, geben ihm Heimat in der familiären Welt und vermitteln ihm zeigend, erzählend und im gemeinsamen Blick nach draußen das Nahe und das Ferne. Das formuliert Grieser programmatisch, wenn er von Drei- oder Mehrpersonensystemen spricht, vom Symbolischen, vor allem der Sprache, als Drittem und der »Verortung des Selbst in einer gemeinsam geteilten Realität«e (S. 12). Die Orientierung im triadischen Raum - so zeigt Grieser überzeugend an sorgfältig ausgewählten Fallbeispielen aus der klinischen Praxis wie auch im Verweis auf die empirische Forschung zur triadischen Kompetenz - gehört zur emotionalen und sozialen Intelligenz.
Die »relationale oder intersubjektive Psychoanalyse« (S. 13) ist freilich die neueste und »jüngste Richtung«, die eine Konturierung des Konzepts der Triangulierung erlaubt, davor stellte die Ich-Psychologie »das Ich als Vermittler zwischen Wunsch und Realität, Innenwelt und Außenwelt ins Zentrum« (S. 13); sodann öffnete die Objektbeziehungstheorie den Blick für die kindlichen Beziehungsschicksale; was Identitätskonstitution und Entwicklung des Selbstbezugs angeht, bietet die Selbstpsychologie innovative Beiträge.
Grieser arbeitet im ersten Abschnitt des Buches heraus, dass die ödipale Triade Freuds, wie sie zunächst im triebtheoretischen Rahmen formuliert wurde, bereits wegweisende Bestimmungselemente einer grundlegenden Triangulierungstheorie enthält: Es geht um einen komplexen seelischen Inhalt, der als kindliche Wunsch-Angst-Dynamik in Elternliebe und Elternhass wurzelt und die Lebensgestaltung des Erwachsenen mit Anliegen und Hemmungen unterfüttert, die dem Einzelnen nicht mehr bewusst verfügbar sind, seine Absichten, Handlungen