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Dieses Buch kann man wie eine Gruppe lesen. Es entstammt einer Vorlesungsreihe am Berliner Institut für Psychotherapie und Psychoanalyse (BIPP) und gibt die Referate und Koreferate dieses Symposiums wieder. Doch nicht alle: zwei Plätze in dieser Gruppe bleiben leer. Der Beitrag von Irene Berkel erscheint »aus technischen Gründen« (S. 111, Fn.) ebensowenig wie der von Thomas Macho; beide Autoren sind der durch Klaus Heinrich begründeten kulturwissenschaftlichen Berliner Schule verbunden. Zwar heißt es im Vorwort, der Beitrag von Thomas Macho und Ulrike Harms, Letztere Ausbildungskandidatin am Institut, sei von beiden verfasst worden; allein die Lektüre des Textes selbst legt nahe, Ulrike Harms als alleinige Autorin anzunehmen. Ein merkwürdiger Vorgang!
Den breitesten Raum im Buch nimmt der Beitrag von Wilhelm Brüggen ein mit dem auffallend spalterischen Titel »Defizit oder Konflikt, Freiheit oder Institution, Identität oder Differenz. Über kulturgeschichtliche Verwicklungen der Psychoanalyse« (Hervorh. M.W.). Es ist ein hochfliegender sozialphilosophischer Artikel, der die Entwürfe Arnold Gehlens und Ernst Cassirers einander gegenüberstellt, immerhin unter der ausdrücklichen Vorgabe des Verfassers, dass er sich mit den Institutionen der Psychoanalyse befassen möchte (S. 37). Das allerdings geschieht in dem Beitrag durchaus nicht; der Verfasser bemerkt auf S. 45, dass »uns« seine Überlegungen »von unserer eigentlichen Ausgangsfrage zunächst noch weiter« entfernen, aber er findet dann irgendwie gar nicht mehr zurück zu dem, was er uns eingangs versprochen hatte.
Das scheint mir symptomatisch für das ganze Buch. Es ist schwer zu begreifen, wie man ein Buch über Psychoanalyse der Institutionen - Institutionen der Psychoanalyse veröffentlichen kann, ohne sich auch nur ein einziges