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Der Psychoanalytiker Ulrich Lamparter, tätig an der Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf, die Professorin für klinische Psychologie Silke Wiegand-Grefe und die Professorin Dorothee Wierling, stellvertretende Direktorin der Forschungsstelle
für Zeitgeschichte in Hamburg, haben mit engagierten Kollegen eine umfangreiche interdisziplinäre Studie zu Zeitzeugen des »Hamburger Feuersturms«, eines mehrere Tage andauernden Luftangriffs der Alliierten, überwiegend der Royal Airforce, auf Hamburg im Juli 1943 mit 34000-35000 Toten und ca. 37000 Verletzten, durchgeführt und in einem lesenswerten Buch zusammengefasst.
Die psychohistorische Perspektive brachte die Disziplinen Psychoanalyse, klinische Psychologie, Familienforschung und Geschichtswissenschaft in Kontakt. Es sollten Auswirkungen des Ereignisses auf Zeitzeugen und die nachfolgenden Generationen untersucht werden. Die Hamburger Studie war eine wissenschaftliche Umsetzung von Impulsen eines Arbeitskreises, der sich unter maßgeblichem Einfluss von Hartmut Radebold und Jürgen Reulecke mit psychischen Folgen des Zweiten Weltkrieges beschäftigte.
Zu Erfahrungen der sog. Kriegskinder und den z.T. lebenslangen und transgenerationellen Folgen liegen bei vielen Einzelschilderungen und kasuistischen Darstellungen nur wenige empirische Untersuchungen vor. Adressaten sollten psychoanalytische Fachgesellschaften, psychotherapeutische Alltagspraktiker und Historiker sein. Auswirkungen zeitgeschichtlicher Erfahrungen auf psychische Strukturen sollten nachgewiesen werden. Die Studie orientiert sich an den Leitfragen, welchen Einfluss Kriegserfahrungen auf das Leben der Zeitzeugen gehabt haben, ob die Zeitzeugen noch heute unter einem Trauma leiden, wie sich die langfristige individuelle Verarbeitung des Hamburger Feuersturms gestaltet und schließlich, ob es Auswirkungen auf nachfolgende Generationen gibt und wie eine familiäre transgenerationelle Verarbeitung und Tradier