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Alfred Lorenzer war einer der wenigen Analytiker, die in den 1960er Jahren Kriegstraumata und Traumatisierungen von KZ-Überlebenden untersuchten. Ihm ging es darum, eine prägnante Übereinstimmung von äußerer Ereignissituation, erzwungener regressiver Ich-Position und der dazu passenden phasenspezifischen Symptomatik herauszufinden. Damit suchte er das jeweilige traumatische Erleben gemäß der damaligen psychoanalytischen Theorie in einer regressiv besetzten Entwicklungsphase zu verankern. Die Kausalgesetzlichkeit traumatischer Verläufe diente ihm auch dazu, eine Latenzphase der Pseudo-Normalität als Abwehrposition zu verstehen und damit in ein kausal bestimmtes Gesamtgeschehen traumatischer Verläufe einzubinden. Nach 1970 wandte sich Lorenzer von der Untersuchung des Traumas ab und entwickelte seine Konzepte des szenischen Verstehens und der Interaktionsformen, dabei hielt er aber daran fest, das Feld von Ich und Realität zu untersuchen.