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Das Ringen um Selbstverbesserung und Optimierung in den unterschiedlichsten Lebensbereichen gehört zweifelsohne zum Anforderungskatalog der Gegenwart. Dies spiegelt sich auch in der Rezeption der Thematik in wissenschaftlichen und feuilletonistischen Debatten. Einen wichtigen Beitrag zu dieser Diskussion leistete die internationale Tagung ›Lost in Perfection‹. Folgen und Grenzen von Optimierung in Kultur und Psyche, die am 9. Oktober 2015 an der Universität Hamburg stattfand.
Veranstaltet wurde die Tagung von dem Forschungsprojekt APAS (»Aporien der Perfektionierung in der beschleunigten Moderne. Gegenwärtiger kultureller Wandel von Selbstentwürfen, Beziehungsgestaltungen und Körperpraktiken«), das seit 2012 unter der Leitung von Vera King (Univ. Hamburg), Benigna Gerisch (IPU Berlin) und Hartmut Rosa (FSU Jena) läuft.
Vera King führte in das Thema der Tagung ein. Eine Ausrichtung an Idealen der Vervollkommnung sei ein bekanntes Thema in der Menschheits- und Kulturgeschichte, in der flexibilisierten und beschleunigten Moderne nehme allerdings die Tendenz zu, ein angesteuertes Perfektionsideal stets aufs Neue übertreffen zu wollen. Zunächst sei es wichtig, die Folgen und Grenzen von Optimierung zu bestimmen. Darüber hinaus stelle sich die Frage, unter welchen Bedingungen das Streben nach Vervollkommnung in gegenläufige, (selbst-)zerstörerische Entwicklungen umschlage. In diesem Zusammenhang interessiere auch das Verhältnis von Destruktivität und Anpassung sowie Pathologie und Normalität. Zu diskutieren sei also, an welcher Stelle der Umschlag stattfindet zwischen dem, was als »normal« anerkannt wird und gesellschaftlich auch erwünscht ist, und dem, was als pathologisch und destruktiv verhandelt wird.
Den ersten Versuch, sich diesen komplexen Fragestellungen anzunähern, unternahm Alain Ehrenberg (Paris). In seinem Vortrag »Die beiden Bedeutungen des Begriffs Sozialpathologie - zur Anthropologie des Unglücks in individualistischen Gesellschaften« befasste er sich mit der