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Als die IPA 2007 ihre Jahrestagung zum zweiten Mal nach 1945 in Deutschland stattfinden ließ, lag eine merkwürdige Beklommenheit in der Luft. Dies brachte bereits die Wahl des Ortes am Rande des Berliner Tiergartens zum Ausdruck, in unmittelbarer Nachbarschaft des im Kaiserreich, in der Weimarer Republik, im Nationalsozialismus und seit der Wiedervereinigung erneut militärisch genutzten Bendlerblocks am Landwehrkanal. Die spürbare Spannung speiste sich vor allem aus der Frage, ob und wie sich das düstere historische deutsche Erbe und die international anschlussfähige deutsche Gegenwart im Kongressablauf widerspiegeln würden und ob und wie es gelingen könnte, die dazwischen liegende Kluft zu überbrücken, ohne sie zu verleugnen. In dieser Situation wurde der in den zu rezensierenden Schriftenband aufgenommene Vortrag »›Entschuldigen Sie, dass ich geboren wurde‹ - Das Schicksal einer deutschen Jüdin im Zweiten Weltkrieg« zu einer Art Schlüsselvortrag des Kongresses. Marion Oliner, geboren 1929 in Andernach am Rhein, erzählt in ihrem präzisen, in unpathetischer Sprache gehaltenen Bericht von der Flucht mit den Eltern 1939, die zunächst nach Belgien und von dort später weiter nach Frankreich führte, von wo sie schließlich ohne Mutter und Vater 1943 die Schweiz erreichte und als Einzige ihrer Kernfamilie überlebte. Sie emigrierte nach New York, studierte Psychologie, wurde Psychoanalytikerin und ist heute prominentes Mitglied der New York Freudian Society. Ihre spannungsreiche biographische Herkunft spiegelt sich in ihrem psychoanalytischen Werk wider: In einer Zeit, in der Orthodoxie und Medizinalisierung innerhalb der amerikanischen Psychoanalyse den Ton angaben, interessierte sie sich für psychologische und kulturwissenschaftliche Fragestellungen und das psychoanalytische Verständnis von Traumatisierung in gleichem Maße wie für die Genese aus dem Konflikt. »Äußere« Realität war und ist für sie gleichermaßen wichtig wie »innere« Realität. Die Integration der außerhalb F