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In diesem bemerkenswerten Buch ist eine Zukunft der Psychoanalyse zu besichtigen. Sie besteht nicht in dem Denken und Schreiben einzelner großer Köpfe, sondern in der Kooperation von Arbeitsgruppen, Forschungsprojekten und fachlichen Netzwerken. Die Zusammenarbeit vieler Psychoanalytiker am gemeinsamen Projekt hat erfreulich disziplinierende Auswirkungen. Sie ist auf Verständigung angewiesen und braucht die Klärung von Konzepten und Konkretisierung der Theoriesprache, was der traditionellen Disparatheit psychoanalytischer Theoriebildung und dem Narzissmus der kleinen Unterschiede entgegenwirkt. Außerdem führt sie zu Ergebnissen, die breit fundiert sind und weniger der vereinzelten klinischen Erfahrung und subjektiven Überzeugung als dem gemeinsam erarbeiteten Wissen zugehören. Wer einen fundierten Einblick in die gegenwärtige psychoanalytische Theorie und Behandlung chronischer Depressionen sucht, sollte zu diesem Buch greifen. Er wird viel Klärung und Anregung finden.
Das Herausgebertrio geht von der groß angelegten Frankfurter LAC-Studie über den Vergleich psychoanalytischer und verhaltenstherapeutischer Behandlungen depressiver Patienten aus. Der konkrete Ausgangspunkt ist eine Tagung über chronische Depressionen, die im Oktober 2011 in Frankfurt am Main stattfand. Das Buch ist in drei Abschnitte aufgeteilt: Konzepte und Hintergründe, Behandlungspraxis und Studien. Bemerkenswert ist dabei, dass die klinische Praxis, die in einigen eindrucksvollen Fallberichten repräsentiert ist, nicht unverbunden neben der empirischen Forschung steht (Autorinnen Koutala, Kilber-Brüssow, Weis, Goebel-Ahnert). Viele methodische Verbindungsstränge