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Obwohl die Psychoanalyse mit ihrem Konzept der Fehlleistungen die konstruktive Bedeutung von Fehlern früh erkannt hat, wurde dieses Potential behandlungstechnisch wenig genutzt und die Frage nach Behandlungsfehlern in der psychoanalytischen Praxis lange vernachlässigt. Der Autor gibt zunächst einen Überblick, welche Fehler in Psychotherapien überhaupt von Bedeutung sind, und geht dann auf die Diskussion negativer Behandlungsfolgen psychoanalytischer Therapien ein. Möglicherweise kommt dabei Behandlungsfehlern eine größere Bedeutung zu als ethischen Grenzverletzungen. Neuere psychoanalytische Konzepte, die deutlich machen, dass psychoanalytische Prozesse zwischen Gelingen und Scheitern oszillieren und notwendigerweise zu »problematischen« (Zwiebel) oder »aporetischen« (Schneider) Situationen führen, ermöglichen einen konstruktiven Zugang zu Behandlungsfehlern. Vor diesem Hintergrund lassen sich Grundzüge einer psychoanalytischen Fehlerkultur beschreiben, die zur Weiterentwicklung psychoanalytischer Praxis beitragen kann.