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Für das Verhältnis von Geschichtswissenschaft und Psychoanalyse war, zumindest innerhalb Deutschlands und auf theoretischer Ebene, jahrzehntelang ein gleichnamiger Aufsatz des Historikers Hans-Ulrich Wehler maßgebend - mit der Folge, dass die Wehlers Argumentation leitende Annahme eines Ausschließlichkeitsverhältnisses von angeblich rein individualpsychologisch verfahrender Psychoanalyse und vornehmlich an Kollektivdiagnosen interessierter Historischer Sozialwissenschaft den Dialog zwischen den Disziplinen erheblich behindert hat. Die stark von Psychoanalyse und Gruppentherapie beeinflusste Figurationssoziologie von Norbert Elias hätte der sozialwissenschaftlich orientierten Geschichtsforschung einen Weg aufzeigen können, wie das Beziehungsgeflecht von individuellen und »kollektiven« psychischen Prozessen auch ohne künstliche Dichotomien zu untersuchen gewesen wäre. Freilich berücksichtigt die Elias'sche Zivilisationstheorie ihrerseits das Moment eines kollektiven bzw. gesellschaftlichen Unbewussten nicht ausreichend. Nach einer Kritik der Wehler'schen Kritik und einer Würdigung des Elias'schen Modells widmet sich der Autor solchen Ansätzen, die ein überindividuelles Unbewusstes zu erforschen und begrifflich zu bestimmen versuchen.