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Die Welt ist seit den 1970er Jahren von immer rascher voranschreitenden Prozessen der Globalisierung erfasst worden. Sie haben nicht nur den Bereich der Ökonomie verändert, sondern ebenso die Bereiche von Politik, Technologie, Kultur sowie das Alltagsleben.1 Offene ökonomische Märkte, ein relativ frei zirkulierendes Finanzkapital und ungeregelte Wirtschaftsströme haben national geordnete Ökonomien und die Souveränität vieler Staaten darin beeinträchtigt, die Interessen ihrer Bürger zu regeln. Durch den europäischen Einigungsprozess werden viele administrative und materielle Staatsaufgaben zunehmend überstaatlich wahrgenommen, und der einzelne Staat kann sie nur begrenzt beeinflussen, was seine Bedeutung schwächt. Die Integration von Angehörigen anderer europäischer Nationen im jeweiligen nationalen Kontext ruft zwar mancherorts noch Ablehnung hervor, sie ist aber heute eine weithin akzeptierte Realität. Dagegen verunsichern die derzeitigen Flüchtlingsströme und Asylsuchenden das Verhältnis von Mehrheitsbevölkerung zu Minderheiten. Seyla Benhabib (2008) hat darauf hingewiesen, dass unter diesen Umständen Territorialität zu einer anachronistischen Form der Abgrenzung materieller Funktionen und kultureller Identitäten geworden ist. Das Tempo der Migration hat in den letzten Jahrzehnten zugenommen und mit ihm auch die Not der Flüchtlinge. Die neue internationale Landschaft, in der wir uns befinden, ist, so Benhabib (2008, S. 18), durch wachsende Inkongruenzen internationaler Menschenrechtsnormen - vor allem wenn sie die Rechte der Immigranten, Flüchtlinge und Asylsuchenden betreffen - und dem Festhalten an territorialer Souveränität geprägt.
Durch das weltweite Internet und die mit ihm verbundenen Informations- und Kommunikationstechnologien zirkulieren heute Nachrichten, Ideen, unterschiedlichste Vorstellungen vom Leben, Identitätsentwürfe und Ideologien weltweit und haben Menschen und Gesellschaften neue Impulse gegeben, sie aber auch in bis dato nicht gekanntem Maße v