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Forschungsergebnisse aus Nachbardisziplinen untermauern inzwischen die psychoanalytische Auffassung, dass die Erfahrungen eines Kindes in den ersten Lebenswochen und -monaten das Fundament für seine weitere psychische und psychosoziale Entwicklung legen. Evolutionsbiologisch betrachtet sind werdende Eltern gut darauf vorbereitet, sich empathisch in die Bedürfnisse ihres Säuglings einzufühlen. Empathie ist zwar eine ubiquitäre humane Eigenschaft, die sich in der Evolution als Überlebensvorteil erwiesen hat, doch ist sie zugleich extrem störungsanfällig. Stress, Überforderung und Traumatisierungen, wie sie viele der Migranten und Geflüchteten erlebt haben, führen dazu, dass Eltern die Empathie für ihren Säugling (und sich selbst) verlieren, mit fatalen Folgen für ihr Erleben als Eltern und für die Entwicklung ihrer Kinder. Die Traumatisierungen der Eltern werden durch das Versagen einer »hinreichend guten« frühen Elternschaft an die nächste Generation weitergegeben. Daher versuchen psychoanalytisch basierte Präventionsprojekte wie »Erste Schritte« und »Step-by-Step« die frühe Elternschaft unter belastenden und traumatisierenden Bedingungen professionell zu unterstützen. Ein Schwerpunkt liegt neben praktischen Hilfeleistungen auf der Entwicklung bzw. Förderung der Einfühlungs- und Mentalisierungsfähigkeit, wie anhand einiger Beispiele illustriert wird.