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Migrationen stellen hohe Anforderungen an psychische Verarbeitungsfähigkeiten, sind sie doch unvermeidlich mit Trennungen, Verlusten und Wagnissen verbunden, insbesondere mit dem Risiko des im weiteren Sinne »Nicht-Ankommens«, während zugleich Hoffnungen auf Verbesserung bestehen. Im Falle ungünstiger Bedingungen kann die psychische Verarbeitung von Verlust misslingen; es dominieren Überforderungen und die Schwierigkeiten, das im Zuge der Wanderung Verlorene oder Nicht-Erreichte zu betrauern. Diese unbewältigten Aspekte werden transgenerational in hohem Maße wirksam, umso mehr, als Migration sich häufig als ein »intergenerationales Erwartungsprojekt« beschreiben lässt, bei dem die Kinder, so der Wunsch, beweisen sollen, dass sich die Mühen der Migration gelohnt haben. Im vorliegenden Beitrag werden migrationstypische Konstellationen transgenerationaler Weitergabe beschrieben sowie psychische Folgen in der Adoleszenz mit Blick auf destruktive und produktive Potenziale erörtert.