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Zum Thema Migration, Flucht und Vertreibung sind in den letzten Jahren zahlreiche Arbeiten veröffentlicht worden. Auch wenn das Thema nicht neu ist, legt die Zunahme der Veröffentlichungen von einem der gegenwärtig brennenden Probleme Zeugnis ab. Außer den üblichen Migrationsströmen - Deutschland ist inzwischen nach den USA das zweitbeliebteste Einwanderungsland
der Erde - sind Millionen Flüchtlinge »unterwegs in der Fremde«, manche von ihnen mit unklarem Ziel, nur weg von dort, wo sie gemordet, erschlagen, zerbombt zu werden drohten, versklavt, vergewaltigt, missbraucht oder zur Heirat gezwungen wurden.
Gegen das Flüchtlingsproblem scheint die ganz »normale« Migration in den Hintergrund zu treten; im Verlauf der Lektüre des Sammelbandes zeigt sich jedoch, wie sehr Migrationsschicksale sich gleichen können. Es ist zu vermuten, dass die ausgewählten und mit Sorgfalt dargestellten Fallgeschichten von Patienten, die eine Migration hinter sich haben, von eher privilegierten Menschen handeln, denen nämlich, die Hilfe suchten und fanden. So berichtet das Buch nur von einem winzigen Ausschnitt dessen, was an Schmerz und Leid von Migranten möglich und wahrscheinlich ist, von der sprichwörtlichen Spitze des Eisbergs oder dem Fenster, das den Blick auf ein Meer von Schmerz und Leid freigibt. Den Autoren und insbesondere den Herausgebern des vorliegenden Buches ist zu danken, dass sie sich durch die Niederschrift von Migrantenschicksalen dieser Schwierigkeit gestellt haben. Und nicht nur die Herausgeber, sondern auch eine größere Anzahl der Autoren haben das Schicksal der Migration selbst erfahren.
Im Einzelnen enthält der Sammelband in sechs Kapiteln je zwei bis vier Arbeiten: »Flucht in eine fremde Welt«; »Psychotherapie mit Flüchtlingen«, Säugling/Kleinkind-Eltern-Psychotherapie mit Müttern und Eltern im Migrationsprozess«, »Auswirkungen der Migration auf die Persönlichkeitsentwicklung«, »Migration und Sprache - Konflikte auf der Sprachbühne«, »Außen- und Innenwelten«. Nic