You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Als ich meinen Text über die Child Survivors (Held 2014) schrieb, waren mir die Arbeiten von Grünberg und Markert bekannt, ich schätzte sie, und ich war der Meinung, dass meine und ihre Arbeiten nebeneinander bestehen könnten. Sie nicht zitiert zu haben ist gewiss ein Versäumnis; Repräsentanten derselben Forschungsrichtung (N. Durst, I. Kogan, H. Krystal) habe ich zitiert und gewürdigt. Auch heute noch denke ich, dass Grünbergs und Markerts sowie meine eigene Arbeit einander nicht ausschließen.
Allerdings zwingt mich der Aufsatz im Mai-Heft der Psyche von Grünberg & Markert (2016), der unsere Arbeiten in einen überraschend polemischen Zusammenhang bringt, zu einigen Klärungen.
I) Deutschland ist nicht die Welt. Zeitlebens habe ich versucht, zu deutschen und universellen Themen den Blick der anderen zu kennen und identifikatorisch einzunehmen.
Beim Thema der Child Survivors ist dies besonders notwendig, da nach der Befreiung nur wenige von ihnen Deutschland als Lebensort gewählt haben; und wenn sie es taten, fanden sie weniger günstige Lebensbedingungen vor als zum Beispiel in Israel und den USA, was wiederum die Chancen in ihrer Lebensentwicklung beeinflusste. So berichtete der Psychiater Paul Matussek, dass unter seinen vielen Gutachten-Probanden jene eine deutlich bessere Entwicklung hatten, die nach Israel gegangen waren, verglichen mit den in Deutschland Verbliebenen.
II) Daraus folgt: Wer wie ich und viele andere glaubt, dass eine Beschreibung der Child Survivors ausschließlich unter dem Gesichtspunkt der (Extrem-)Traumafolgen ihnen nicht gerecht wird, der muss sein Augenmerk vor allem auf Israel und die USA richten.
Hillel Klein, der wohl beste Kenner dieser Frage, hat genau dies getan, in Überleben und Versuche der Wiederbelebung (2003).
Ein Zitat daraus:
»Während die psychischen Auswirkungen der Traumatisierung auf Überlebende hinreichend beschrieben worden sind, sind die Muster der Bewältigung, des Widerstandes und der Genesung nicht gleichermaßen deutlich zur Spr