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An Franz Alexander schieden sich in den 1950er Jahren die psychoanalytischen Geister: Die einen sahen in ihm einen Abweichler von der »orthodoxen« Psychoanalyse, der psychoanalytische Essentials der Lehre und Technik preisgab; die anderen betrachteten ihn als unabhängigen Denker und Praktiker, der die Psychoanalyse für Nachbarwissenschaften und auch für neue Patientengruppen öffnete. Besonders Kurt Eissler wies die Ideen Alexanders empört als unanalytisch zurück und definierte an ihnen die Grenze zur Psychotherapie. So ist es konsequent, wenn heute die Biographie Alexanders und seine Einordnung in den theoretischen Horizont seiner Zeit von einer tiefenpsychologisch arbeitenden psychotherapeutischen Kollegin vorgelegt wird. Imke Melchers Arbeit zeigt ein differenziertes, genaues und klar strukturiertes Bild von Alexander als Person, als Analytiker und Lehrer sowie von der US-amerikanischen psychoanalytischen Landschaft der 1950er Jahre. Sie hat dafür Gespräche mit Verwandten und Mitarbeitern Alexanders in den USA geführt, Unterlagen aus den Archiven gesucht und aus dem Material eine beeindruckende Überblicksarbeit geschaffen.
Franz Alexander wurde in Budapest als viertes von sieben Kindern geboren. Sein Vater war Philosoph und einer der wichtigsten Intellektuellen in Ungarn. Am Ende seines Lebens schrieb er auf die Anregung seines Sohnes Franz hin einen Aufsatz über »Spinoza und die Psychoanalyse«, der im psychoanalytischen Almanach von veröffentlicht wurde. Franz Alexanders Eltern waren jüdisch, ließen jedoch (wie viele Eltern jener Zeit) entweder ihre Kinder katholisch taufen oder Alexander konvertierte selbst als junger Mann. Er studierte Medizin in Budapest und Göttingen und begann früh, sich für die Psychoanalyse zu interessieren. Der Budapester Gruppe um Ferenczi schloss er sich nie an, da er sie als sektenhaft empfand und ihre Ablehnung der Schulpsychiatrie nicht guthieß.
Bevor Alexander als erster Kandidat am soeben gegründeten psychoanalytischen Ausbildungsi