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1883 besichtigt Freud die Dresdener Gemäldegalerie mit Raffaels Sixtinischer Madonna und der »Sixtina des Nordens«, der Madonna des Bürgermeisters Meyer, die damals als Hauptwerk Holbeins galt. Er bewundert beide Bilder und bringt zugleich Einwände vor. Kritik, wie er sie in seinen »Brautbriefen« vorbringt, war - so der Autor - wenigstens dreifach motiviert: Der promovierte Arzt und Neurologe setzt sich darin mit seiner eigenen idealistischen Erziehung auseinander; er nimmt Anstoß an der Inszenierung der Bilder in kapellenartiger Geborgenheit; er setzt sich gegen das Mutterbild beider Gemälde zur Wehr. Freuds Angriff auf die Bilder markiert einen kulturgeschichtlich bedeutsamen Einschnitt innerhalb der Kulturgeschichte des 19. Jahrhunderts, vergleichbar dem Denken Nietzsches, Rodins und anderer Zeitgenossen.