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Am 13. März 2010 fand an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg aus Anlass der Verabschiedung des langjährigen Leiters des Instituts für Musiktherapie, Hans-Helmut Decker-Voigt, ein Symposion statt mit dem Titel »Musik und Psychoanalyse hören voneinander«. Veranstalterin war neben der Musikhochschule selbst die aus der Musiktherapie heraus entstandene und von Dietmut Niedecken geleitete Arbeitsgemeinschaft Psychoanalyse und Kulturtheorie. Die Vorträge waren noch einmal bei der Frühjahrstagung der DPV 2011 zu hören und wurden erstmal 2012 im Heft IV des 35. Jahrgangs der Zeitschrift psychosozial veröffentlicht. Ergänzt um zwei weitere Beiträge entstand Band 1 der hier besprochenen beiden Werke, Band 2 setzt den Impuls mit weiteren Themen und Autorinnen und Autoren fort.
Gemeinsam ist (fast) allen Beiträgen der Versuch, eine Verbindung von Musik und Psychoanalyse herzustellen, in der beide voneinander lernen können und die übliche Einseitigkeit der bloßen Interpretation von Musik durch die Psychoanalyse vermieden wird. Versucht wird stattdessen eine Wechselseitigkeit auf »Ohrenhöhe«, deren Verbindungsglied in der Autopoiesis der psychoanalytischen Situation und der Situation des Musikhörens gefunden wird. Die ästhetische wie die psychoanalytische Erfahrung werden als Prozesse im Werden beschrieben und als Beziehungssituation zwischen Menschen, die sich darin verändern.
Theoretische Voraussetzungen dieses Perspektivwechsels, der maßgeblich vom Herausgeber Johannes Picht ausgeht, bieten einerseits die neueren psychoanalytischen Konzepte der Intersubjektivität und des szenischen Verstehens (Hermann Argelander, Alfred Lorenzer). Nicht die Rückführung des musikalischen Kunstwerks auf den Komponisten, die oft genug bei seiner vermeintlichen Störung landete, steht im Mittelpunkt der Betrachtung, sondern