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Es ist überhaupt nicht selbstverständlich, dass Studierende der Medizin heute mit psychoanalytischem Denken in Berührung kommen. Hier hat Eckhard Fricks Lehrbuch Psychosomatischen Anthropologie einen großen Wert, weil es Perspektiven der Psychoanalyse auf qualifizierte und differenzierte Weise an den Nachwuchs vermittelt. In ihm stehen nicht wie in den meisten Psychosomatik-Lehrbüchern Krankheitsbilder und Behandlungsoptionen im Vordergrund, sondern grundlegende Fragen des menschlichen Lebens und Erlebens: Bindung und Konflikt, Traum(deutung) und Kreativität, Spiel und Arbeit, Angst und Trauma, Körper, Leib und Psychosomatik, Leiden und Krankheitsverarbeitung, Schuld, Scham und Gewissen, Trauer und Tod, Leben, Selbst und Spiritualität.
Die zehn Kapitel sind didaktisch einleuchtend aufgebaut. Sie gehen jeweils von einem klassischen Autor aus (Bowlby, Freud, Jung, von Weizsäcker, Heidegger, Nietzsche usw.) und entfalten das Thema neurobiologisch, philosophisch-anthropologisch und psychoanalytisch. So ergibt sich ein interdisziplinärer Perspektivenreichtum, der darauf angelegt ist, die Leser anzuregen und ihnen nicht nur Lernstoff, sondern auch Stimuli für eigenes Nachdenken und emotionales Erleben zu liefern. Am Beispiel des Kapitels über den trauernden Menschen möchte ich das Vorgehen des Autors erläutern. Ausgehend von Freuds »Trauer und Melancholie« wird das Wortfeld Trauer - Traurigkeit -