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Heute, wo es ein breites Interesse am Dialog zwischen Psychoanalyse und anderen »therapeutischen Systemen« gibt - man denke bspw. an Psychoanalyse und Buddhismus -, gewinnt Otto Fenichels bisher unveröffentlichtes Manuskript von 1927, das von Elke Mühlleitner in den Fenichel Papers der University of California entdeckt und von Johannes Reichmayr transkribiert wurde, an Aktualität.
Fenichel untersucht den Zusammenhang zwischen psychischer und körperlicher Spannung und zeigt, dass die Verdrängung als dynamischer Kampf zwischen Besetzung und Gegenbesetzung in den unzweckmäßigen Bewegungen, denen die Aufmerksamkeit der Gindler'schen Körperarbeit - von Fenichel als Gymnastik bezeichnet - gilt, ihre Entsprechung findet (S. 33). Beides, Verdrängung und unzweckmäßige Bewegung, erfordert viel Aufwand an Kraft, die dem Ich nun nicht mehr zur Verfügung steht. Fenichel benennt als gemeinsames Ziel beider Methoden, den Machtbereich des Ichs zu erweitern. Dazu gehört für ihn auch die therapeutische Wirkung einer positiven frühen Mutterübertragung auf die Gymnastiklehrerin, und er stellt die wesentliche Frage: »Wie vollzieht sich aber nun tatsächlich in der Gymnastik diese Erweiterung des Machtbereichs des Ichs, da doch die Bewusstmachung der verdrängten Impulse unterbleibt?« (S. 53)
Interessant ist der Vergleich dieser Arbeit, die Fenichel 1927 im Berliner psychoanalytischen Institut vorgetragen, aber nicht veröffentlicht hat, mit einem hier ebenfalls (wieder) abgedruckten Vortrag beim Innsbrucker Kongress im selben Jahr, von dem der Herausgeber meint, Fenichel habe, trotz Übernahme ganzer Passagen (in dieser Ausgabe markiert) sämtliche Bezüge auf die Gindler'sche Gymnastik gestrichen. In beiden Vorträgen bezieht sich Fenichel ausführlich auf Ferenczis Gedanken zum Körperlichen und zitiert dessen Feststellung, dass die Erziehung nicht nur im Erlernen neuer, sondern auch im Verlernen ursprünglicher Körperfähigkeiten bestehe, was Ferenczi selbst als »Verdrängen« von Körperfähigkeiten