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Sie zählt zu den großen Topoi der Philosophie des 20. Jahrhunderts, zu den populärsten Metaphern der antimetaphysischen Subversion, und ist als Terminus untrennbar mit der Person Jacques Derridas verbunden: die »Schrift«. Johanna Bossinade präsentiert die Schrift in ihrem Buch als »Quasi-Transzendental« psychoanalytischer Reflexion.
Derrida lanciert Schrift - Wiedergabe des Sprechens, das wiederum Wiedergabe des Denkens ist - als Metapher für etwas, das auf etwas verweist, das auf etwas verweist - und postuliert sie als Quasi-Transzendental: Sogar Ursprüngliches wie »eidos, arche, telos, energeia, ousia, aletheia, Transzendentalität, Bewußtsein, Gott, Mensch usw.« (Derrida 1976, S. 424) verweist auf Anderes, auf das hin man es lesen kann. Ausgehend von Schrift führt Bossinade Raum und Alterität als weitere Quasi-Transzendentalien ein. Raum verweist auf die Verschiedenheit von Orten, auf ihre Nähe oder Distanz und die Möglichkeit ihrer Verschiebung oder Verwerfung. Als Quasi-Transzendental bedeutet Raum daher Gebundenheit an die Bedingungen eines Ortes und Endlosigkeit der Bedeutungsemergenz: »Der Textraum ist unermesslich […], was flüchtige Momente der Ankunft nicht ausschließt« (S. 79 f.). Alterität ist das »irreduzibel andere« und besagt als Quasi-Transzendental, dass sogar das, was sich scheinbar selbst erklärt, durch anderes konstituiert wird.
Bossinade wendet Schrift, Raum und Alterität auf verschiedene (psychoanalytische) Gebiete an - im ersten Teil ihres Buches frei flottierend, im zweiten entlang ausführlicher Exegesen von Freud, Lacan, Huysmans und Kafka. Sie entwirft dabei keine lineare Argumentation, sondern beschreibt kreisförmige Assoziationsbewegungen, deren zentrale Aspekte ich nachfolgend skizzieren möchte.
Das Unbewusste, so die »leitende These«, ist die Inskription verdrängten Begehrens, und zwar als »Spur einer Versagung und einer Verlagerung, Vorzeichen eines Begehrens in progress« (S. 15). Bossinade greift Derridas Begriff der »Spur« auf, weil sich