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Da die Kinder nicht selber antworten können, muss jemand für sie sprechen. Mein Anliegen ist es, den Diskurs über die Methode der »Infant Observation«, die ich für potentiell schädigend halte, fortzusetzen. Ich möchte, dass diese kritische Diskussion innerhalb der Psychoanalyse geführt und nicht von außen an uns herangetragen wird. Nicht-psychoanalytisch denkende Kollegen schütteln ungläubig den Kopf, wenn sie von der Methode der Säuglingsbeobachtung hören/lesen, zumal wenn diese Art der teilnehmenden Beobachtung, manchmal ebenfalls unter dem Namen »Infant Observation«, sogar bei Moschee-Besuchern, Migranten (Franchi 2014) oder in Altersheimen (Datler 2010; Datler et al 2009) durchgeführt wird.
Maria Knott (2016) ist auf mein wesentlichstes Argument nur beiläufig eingegangen: dass nämlich die regelmäßige Anwesenheit einer schweigenden, zwar freundlich blickenden, aber nicht emotional antwortenden und schon gar nicht im Handeln reagierenden Beobachterin für das Kind eine erhebliche Belastung darstellt (udwig-Körner 2015). Knott führt mit Zitaten an, dass »der Blick der Beobachterin haltend sein (kann)«, dass die Beobachterin »die Beziehung des Babys zur Mutter triangulierend unterstützen« könne, dass Eltern und Kind »gleichermaßen von einer aufnehmenden, nicht intervenierenden Haltung profitieren«. Schließlich: Als Beobachter nehme man an der individuellen Entwicklung eines kleinen Menschen teil, und: »Es ist wichtig, diese Entwicklung nicht zu stören«.
Nach meiner Überzeugung kann man die Entwicklung eines Säuglings oder Kleinkindes vor allem dadurch »stören«, dass man ihm im »baby talk« die emotionale Antwort vorenthält. Es gibt überaus zahlreiche empirische Belege dafür, dass Säuglinge sich nur über den »Prozess der wechselseitigen Regulation« (Stern) entwickeln, sie brauchen die Erfahrung der Selbstwirksamkeit, müssen erleben, wie sie im Anderen lautlich, sprachlich und gestisch eine Antwort erzeugen können. In unserem Video-Archiv haben wir zahlreiche bedrückende