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Das Regiewerk Nebraska (USA ) von Alexander Payne nimmt, wie sein Titel sagt, einen Zusammenhang in den Blick, der die individuellen Lebensläufe übergreift. Nebraska ist einer jener zentral gelegenen Bundesstaaten der USA, den die Eliten der dicht besiedelten Küsten gerne als »flyover states« bezeichnen. Landstriche also, die aus ihrem Blickwinkel nichts zu bieten haben, durch die man noch nicht einmal mit dem Auto fahren möchte. Diese Einschätzung unterstreicht der Film mit seinen kontrastreichen, in schwarzweiß gedrehten Bilderfolgen. Es ist Spätherbst, die Städte und Ortschaften wirken heruntergewirtschaftet und erstarrt, in den höheren Lagen fällt der erste Schnee, in den tiefergelegenen Ebenen sind die Maisfelder abgeerntet. Nebraska besteht zu einem großen Teil aus einem Landstrich, den die Einwanderer im 19. Jahrhundert als »Great American Desert« bezeichneten, weil sie die ausgedehnten, meist baumlosen Flächen für unbewohnbar hielten. Heute hat eine industriell organisierte Agrarwirtschaft das Land mit GetreideMonokulturen überzogen. Der Regisseur Alexander Payne ist in diesem Land aufgewachsen. Mit dem ihm eigentümlichen Humor hebt er Analogien zwischen Landschaft und Alltagsleben heraus: Land und Leute scheinen sich auf einen Winterschlaf einzustellen. Wie auf den Feldern die Strohballen, so sitzen in den Wohnzimmern wortkarge Männer und schauen sich im Fernsehen Sportsendungen an. Die Frauen versammeln sich derweil um die Küchentische und tratschen. Die Lebensbedingungen der Menschen sind ärmlich, ihre Umgangsformen und Sprachbildungen grob und direkt. Sie wirken wie Gefangene im Schatten der neuen, digitalen Industrien im Westen und des quirligen Finanzkapitals im Osten.
Hier ist der Hi-Fi-Geräteverkäufer David Grant (Will Forte) zusammen mit seinem etwa 75-jährigen Vater Woody (Bruce Dern) im Auto auf dem Weg von Billings, Montana nach Lincoln, Nebraska. Der Alte glaubt, bei einer Verlosung eine Million Dollar gewonnen zu haben. Mehrmals hatte er sich zu