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Das Buch erschien in einer Reihe der North American Association for the Study of Religion, die einflussreichen Wissenschaftlern des 20. Jahrhunderts gewidmet ist. Bisher sind »On Religion«-Darstellungen über die Religion-sphilosophie,
-soziologie von Bastide, Bourdieu, Derrida, Dumont, Ernesto di Martino, Freud, Levi-Strauss erschienen; es sollen solche über die Theorien von Clifford Geertz, Eliade, Evans-Pritchard, Peter L. Berger, Rudolf Otto und schließlich von William James folgen, dessen Grundlagenwerk Varieties of Religious Experience 1902 erschienen war. Die Autorin Marsha Eileen Hewitt ist Professorin für Sozialethik und Religion am Trinity College, Toronto. Sie arbeitet als Psychoanalytikerin in privater Praxis. Ihr Buch Critical Theory of Religion: A Feminist Perspective von 1995 beschreibt drei ihrer Forschungsschwerpunkte schon im Titel. Als psychoanalytische Orientierung ihrer Freud-Interpretationen (»thinking Freud thinking religion«) erwähnt sie die »British and American object relations theory and the more current relational and intersubjective theories« (S. 139). Jacques Lacan, Julia Kristeva, Wilfred Bion hätten andere Zielsetzungen der Auseinandersetzung mit Freuds Auffassungen verlangt und werden deshalb in ihrer Diskussion nicht berücksichtigt. Man kann diesen Verzicht als ein methodologisches Opfer ansehen, das die Wissenschaftlerin der konsistenten Theorie bringt, der sie anhängt.
Die Frage, welchen Zweck ein weiteres Buch über Freud und seine Auffassung von den Religionen und von der Kulturentwicklung als religiöser Verarbeitung eines prähistorischen Traumas erfüllen könnte, beschäftigt die Autorin verständlicherweise von Anfang an. Man gewinnt den Eindruck, dass die zähe Freudkritik in der öffentlichen Diskussion in Nordamerika, die mit ihren Missverständnissen - Freud verachte den Infantilismus der Gläubigen und ihren Verzicht auf moralische Autonomie - und mit ihren Vorurteilen - Freud hätte nichts als einen aggressiven Atheismus propagie