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Der Titel dieses schmalen Buches weckt Neugier und erschreckt doch zugleich: Wie kann das Denken die Zerstörung des Denkens überleben? Eine erste Antwort gibt die Genese des Buches. Sabine Mitzlaff, die die Studie zunächst als musiktherapeutische Dissertation angelegt hatte, verstarb während des Vorhabens. Dietmut Niedecken übernahm es, die vorhandenen Teile zu sichten, arbeitete Unvollendetes aus und führte bis dato nur geplante Teile selber aus - nun nicht mehr als musiktherapeutische, sondern als explizit psychoanalytische Arbeit. Den Band beschließen drei eigene Essays Niedeckens, in denen vorherige Argumentationen wieder aufgenommen und klinisch verortet werden.
Mitzlaff widmet sich dem Verhältnis von Konflikt und Trauma in der Psychoanalyse und fokussiert zunächst einen Bruch im Gesamtwerk Lorenzers: Dieser habe seine ursprüngliche Frage nach dem Trauma, die ihn zu seiner Sozialisationstheorie geführt habe, nicht wieder aufgenommen. Die Autorinnen unternehmen es nun selbst, traumatische Prozesse aus interaktionstheoretischer Sicht zu denken. Dieser Abschnitt gehört zu den klarsten des Buches und kann auch als bewundernswert leichte Einführung in das Denken Lorenzers gelesen werden.
Dass man von solch einer Einführung auch profitiert, wenn man vertraut ist mit dem Werk Lorenzers, liegt an dem, was nun weiter entwickelt wird: Lorenzer verstehe das Trauma als eine zuvor in der Phantasie vorhandene unerträgliche Situation, die als Realität aufgenötigt werde. Diese frühe These Lorenzers wird weitergeführt, um zu klären, auf welche sozialisatorisch hergestellten Interaktionsformen das Wechselspiel zwischen traumatischer Situation und der »in der Phantasie vorhandenen, unerträglichen Situation« zugreife. Mitzlaff folgt dazu u. a. den Überlegungen Lorenzers zu Extremtraumatisierungen in Konzentrationslagern und verdeutlicht anhand von Szenen aus Imre Kerstész' Roman eines Schicksallosen den Widerspruch zwischen Erwartungshaltung und aktualem Geschehen, der sich in der t