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Hans Loewalds Arbeit »On the therapeutic action of psychoanalysis« aus dem Jahr 1960 ist ein klassischer Text geworden. Seine Kraft hat er erst allmählich, doch umso nachhaltiger entfaltet. Wie wirkt Psychoanalyse, wie lassen sich ihre Ziele und ihr Prozess beschreiben - die Ziele metapsychologisch und der Prozess intersubjektiv und phänomenologisch? Das sind die Fragen, um die es ihm geht. Cooper (1988) hat Loewalds Text mit James Stracheys einflussreicher Arbeit über »The nature of the therapeutic action of psychoanalysis« aus dem Jahr 1934 verglichen (Strachey 1935). Bekanntlich vertritt Strachey darin die These, dass die mutative Deutung der entscheidend wirksame Faktor im therapeutischen Verfahren der Psychoanalyse sei. Loewald bezieht sich in seinem Text nicht explizit auf Strachey, doch schon die Titelformulierung verweist darauf, dass er einen Gegenentwurf zu ihm präsentiert.
Für ihn ist die Deutungsarbeit ein Bestandteil der Interaktionsprozesse zwischen Analytiker und Patient, die den Analytiker als »neues Objekt« und den analytischen Prozess als »neue Objektbeziehung« konstituieren. Loewald konzipiert den Analytiker als Mitspieler auf der analytischen Bühne. Die therapeutische Beziehung fasst er als einen Entwicklungsprozess auf, der viele Parallelen zu der frühen Entwicklung des Kindes in seinen Interaktionen mit der Mutter aufweist. Doch geht er, besonders in der Verwendung der Sprache, weit darüber hinaus. Loewald beschreibt die Psyche als ein vom Eros getriebenes Potential der Strukturbildung, Differenzierung und Integration, das flüssig ist und andauernd in kreativen Aktionen begriffen, die jedoch in der Psychopathologie in ihr Gegenteil gewendet werden.
Nun klingt diese Zusammenfassung so, als wäre Loewald ein Autor unserer Gegenwart, der die Intersubjektivität und die Postmoderne kennt, und keiner der nordamerikanischen Ich-Psychologie der 1950er Jahre, der noch dazu tief in Freuds Werk verwurzelt ist. Wie hat er es geschafft, so kann man f