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In der dritten Generation von Nachkommen von Überlebenden der Shoah scheint es, besonders in Israel und in den USA, eine recht verbreitete Praxis zu sein, sich die KZ-Nummern der Großeltern tätowieren zu lassen. Vorliegender Kommentar stellt einen Versuch dar, das psychische Terrain zwischen der verheilten äußeren und der unheilbaren inneren Wunde nachzuzeichnen. Die Autorin untersucht das Versagen der identifikatorischen Prozesse, was in reinen Imitationen resultiert, sowie die Beeinträchtigung der Symbolisierung. Wird der Zugang zu der Trias »Erinnern, Wiederholen, Durcharbeiten« versperrt, d.h. können die Reste des Grauens, die in der dritten Generation der Auschwitz-Überlebenden eingeschrieben sind, weder gefühlt, gelitten, betrauert noch gedacht werden, bleibt das Agieren die einzige Lösung. Ein Agieren, das äußerst konkretistische, archaische, asymbolische Manifestationsformen annimmt: Tattoos mit KZ-Nummern.